Kultur

11.09.2021

Abwechslungsreiche Musikacts beim Göttinger KWP-Open-Air


die feisten begeisterten mit Pop-A-Capella-Comedy

Die Organisatoren waren mit dem Verlauf der Veranstaltungen zufrieden.

von Ralf Gießler

Göttingen) Nach der coronabedingten Zwangspause im letzten Jahr freuten sich Organisatoren und Publikum auf das diesjährige Open Air-Festival im Göttinger Kaiser-Wilhelm-Park (KWP). Für zwei Abende löste abwechslungsreich dargebotene Musik die sonst übliche Ruhe im Stadtwald ab. Wie am Tag zuvor hatten die Veranstalter am vergangenen Samstag "ein glückliches Händchen" bei ihrer Künstlerauswahl und freuten sich über die ausverkaufte Veranstaltung.

Eigentlich ist es für Bands nicht so einfach, den "Opener" zu geben und das Publikum gleich zu begeistern. Nicht so bei Melanie Mau und Martin Schnella. Gemeinsam mit Simon Schröder am Schlagwerk - er kam eigens für das Konzert aus Hannover angereist - schafften es Mau und Schnella von Beginn an, die Zuhörer mit in ihre musikalische Welt zu nehmen. Ihre "Herzensangelegenheiten im Unplugged-Stil" kamen sehr gut an (wir berichteten).

Vorrangig gaben sie Coversongs, wie beispielsweise von "The Police" oder auch "Genesis" zu Gehör. Bekannte Stücke, die sie in ihren ganz eigenen Stil umarrangierten, aber auch Eigenkompostionen wechselten sich während ihres einstündigen Auftritts ab. Besonders aufhorchen ließ das Göttinger Publikum, als Mau mit "Wasted Years" einen Klassiker der britischen Heavy Metal-Ikonen "Iron Maiden" ankündigte. Schwermetallmucke auf Akustikgitarre, Melanie Mau statt Bruce Dickinson-Röhre, geht das? Und wie! Spätestens nach dieser Darbietung war klar, Musik aus dem Harz hat etwas Besonderes. Mit "die feisten" folgte ein Duo, welches keiner besonderen Vorstellung mehr bedurfte.

Als "die feisten" noch unter "Ganz Schön Feist" als Trio auftraten, schufen sie mit "Pop-A-Capella-Comedy" ihr spezielles Genre. Seit 2013 sind sie nun als Duo im Lande erfolgreich unterwegs. Die zwei Protagonisten zeichnen sich durch eigene Werke und Comedy-Elemente aus. Nicht von ungefähr heißt ihr Stil auch "ZweiMannSongComedy". Minimalistisch mit unterschiedlichen Instrumenten oder auch nur durch ihre Stimmen trugen "die feisten" ebenfalls zum gelungenen Abend bei.

Zu fortgeschrittener Stunde betrat dann Ian Paice gemeinsam mit "Purpendicular" die Bühne. "Purpendicular" und Paice - das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Hardrock-Legende "Deep Purple" und seit Jahrzehnten überaus produktiv in verschiedenen Bands tätig - begeisterten bis in den Morgen hinein mit ihrer "Best-Of-Classic-Deep-Purple-Show". Klassiker, wie zum Beispiel "Highway Star", "Hush" oder auch "Mistreated" sorgten für leuchtende Augen im Auditorium. Wenn sich auch zu fortgeschrittener Stunde die Außentemperaturen deutlich abkühlten, blieb es den Fans doch bei diesen, mit Leidenschaft gespielten Songs, warm ums Herz.

Was bleibt ist die Erinnerung an ein abwechslungsreich gehaltenes KWP-Festival im Stadtwald von Göttingen. Verbunden mit der Vorfreude auf das kommende Jahr und der Hoffnung, dass dann hoffentlich wieder Zuschauerzahlen im gewohnten Maße möglich sein werden.

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Herzensangelegenheiten im Unplugged-Stil mit Simon Schröder, Melanie Mau und Martin Schnella (von links)





Best-Of-Classic-Deep-Purple-Show mit Ian Paice und Purpendicular


 

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