Panorama

16.07.2021

Bewegung und Innehalten


Neuer Pilgerweg "Anhaltepunkte" von der Northeim Touristik und dem Kirchenkreis Leine-Solling

...von Christian Dolle

Im Rahmen der Sommerkirchenkreiskonferenz machten sich 35 Pastor*innen und Kirchenmusiker*innen aus dem Kirchenkreis Leine-Solling in der vergangenen Woche auf, um zu Pilgern. „Anhaltepunkte – eine Gedankenwanderung“ heißt der Pilgerweg, der sie durch und um Northeim führte, ein gemeinsames Projekt des Kirchenkreises und der Northeim Touristik.

Vom Münsterplatz aus ging es in mehreren Kleingruppen los, unter anderem vorbei am Mauerfragment an der Seesener Landstraße und über den Fachbergsweg. Da nun aber Pilgern zum einen Bewegung bedeutet, jedoch ebenso Innehalten, gibt es zu jeder der 18 Stationen des insgesamt etwa 13 Kilometer langen Weges einen Gedankenimpuls. Im Falle der Mauer hat der natürlich mit Grenzen zu tun, auch denen, die sich unsichtbar durch eine Gesellschaft ziehen, und jenen, die jeder für sich überwinden möchte. 

Die lange Allee des Fachbergsweges soll wiederum dazu einladen, die Sinne zu schärfen, Eindrücke ganz bewusst wahrzunehmen. Die Informationen und Denkanstöße sind in einer kleinen Broschüre zusammengefasst, lassen sich durch am Wegesrand angebrachte Plaketten mittels QR-Code aber auch mit dem Handy abrufen.  

Die Mitglieder der Kirchenkreiskonferenz machten es sich noch einfacher, sie schlossen sich einfach einigen der Autoren dieser Texte wie Pastor Jens Gillner aus Northeim an und ließen sie sich vorlesen. Noch dazu pilgerten sie nicht den gesamten Weg, sondern kürzten ab, denn auch das ist möglich und ist in der erstellten Karte des Weges eingezeichnet. Für einen guten Eindruck reichten die etwa zweieinhalb Stunden allemal.

Sie entdeckten unterwegs vieles, an dem sie sonst oft achtlos vorbeifahren und entdeckten Northeim somit noch einmal ganz neu. Außerdem waren sie nach langen Monaten der Online-Konferenzen froh, endlich wieder einmal gemeinsam etwas zu erleben und sich abseits von Tagesordnungspunkten und Notwendigem über – im wahrsten Sinne des Wortes – Gott und die Welt auszutauschen. 
Am Ende blieb die Erkenntnis, dass Pilgern vielleicht gerade in dieser Zeit, in der noch immer Vorsicht geboten ist, es aber auch so vieles aufzuholen und auszukosten gilt, genau das Richtige sein kann.


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