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18.09.2020

Das HEZ als „Außerschulischer Lernort“?


Eine Gruppe der SPD-Kreistagsfraktion besichtigte das Höhlenerlebniszentrum

...von Herma Niemann

Nicht nur Kinder, ihre Eltern sondern auch Touristen strömen jedes Jahr in das Höhlenerlebniszentrum (HEZ) mit der Iberger Tropfsteinhöhle oberhalb von Bad Grund. Jährliche Besucherzahlen zwischen 65.000 und 70.000 zeugen von der Beliebtheit und der Einzigartigkeit in der Region.

Davon wollte sich am Montag auch ein Teil der SPD Kreistagsfraktion des Landkreises Göttingen überzeugen und stattete dem HEZ nach dem Besuch der Harz-Weser-Werke in Osterode einen Besuch ab. In einem Punkt stimmten die Kreistagsmitglieder sofort überein. Denn alle waren erstaunt darüber, dass schon vor einiger Zeit der Antrag des HEZ, als „außerschulischer Lernstandort in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ vom Niedersächsischen Kultusministerium abgelehnt wurde, wie die Museumsleiterin Ortrud Krause berichtete.

Ziel dieses Netzwerks von Lernstandorten ist zum Beispiel die Beratung von Schulen zum Thema BNE durch die Unterstützung von Schulentwicklungsprozessen, durch Vorbereitung und Durchführung schul- und unterrichtsbezogener Bildungsangebote (Hauptzielgruppe: Schulen beziehungsweise Schulklassen und Kurse aus der Region) und durch Beratung und Fortbildung von Lehrkräften (in Zusammenarbeit mit der regionalen Lehrerfortbildung). Mit Ausnahme des Tilmann-Riemenschneider-Gymnasiums in Osterode, mit dem man eine „virtuelle Wegpartnerschaft auf dem Wegabschnitt I Bad Grund-Osterode-Herzberg des Karstwanderweges" vereinbart habe, würden leider die Schulen aus dieser Region weniger das HEZ besuchen, so Krause. „Wir brauchen ein Lernprogramm für die jeweiligen Klassenstufen“.

Dazu äußerte Dr. Andreas Philippi die Idee, dass man die Schulen im Landkreis anschreiben sollte. Als „Curriculum Heimatkunde“ oder „Lernort Nahwelt“, wie man heute sage, könnten die Schulen in einer Projektwoche Ideen dazu entwickeln. Vielleicht könnte man auch einen eigenen Arbeitskreis gründen. Das Thema „außerschulischer Lernort“ werde man auf jeden Fall aus diesem Besuch mitnehmen und in der Fraktion behandeln, betonte der Fraktionssprecher Reinhard Dierkes . Weiter berichtete Krause über die Entwicklung von der Iberger Tropfsteinhöhle hin zum heutigen Höhlenerlebniszentrum mit den weltweit herausragenden Funden aus der Lichtensteinhöhle bei Förste sowie über die anstehende geplante Erweiterung.

In dem Zusammenhang äußerte Krause auch die Hoffnung, dass man mit der Erweiterung auch die Chance nutzen werde, die beiden thematisierten Höhlen (Iberger Tropfsteinhöhle und Lichtensteinhöhle) besser zu trennen. „Wir sehen immer wieder, dass es hier großen Erklärungsbedarf gibt“. Die Baummaßnahmen starten demnächst und sollen Ende 2022 abgeschlossen sein.

Für die unter normalen Bedingungen (außerhalb der Corona-Krise) erreichten Besucherzahlen, die nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt, sondern zu Zweidritteln in Spitzenzeiten das HEZ aufsuchen, sei die Fläche von nahezu allen Räumen schon lange viel zu klein. „Wir zeigen schon seit Jahren, dass wir auch mit einem kleinen Team mit den örtlichen Gegebenheiten schlagkräftig sein können, aber oft gehen wir auch personell auf dem Zahnfleisch“, so Krause. Auch wenn man sich über die Erweiterung freue, vergrößere sich die Fläche der Ausstellung in der ersten Etage leider nur um knapp 60 Quadratmeter, was die ersehnten Wechselausstellungen wohl unmöglich machen. Erfreulich sei, dass durch den Anbau das jetzige Foyer mit Cafeteria, Shop und Kasse dann nur noch Cafeteria sei und mehr Plätze für Gäste biete.

Im Jahr 2017 fasste der Kreistag den Beschluss zur Erweiterung, die knapp 4,5 Mio Euro kostet. 8 Prozent trägt der Landkreis Göttingen, mit 2,8 Millionen Euro ist die N-Bank beteiligt, weitere 1,1 Millionen Euro kommen vom Land Niedersachsen. Mit 125.000 Euro beteiligt sich außerdem die Sparkasse am Ausbau des HEZ, je zur Hälfte getragen von der Sparkassenstiftung und der Sparkasse Osterode vor Ort (wir berichteten).

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