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23.06.2020

Das Märchental Bad Grund öffnet bald seine Pforten


Peter Nydegger zimmerte fachmännisch die Zwergenschmiede. Dabei schauten seine säöhne sehr interssiert zu

...von Petra Bordfeld

Trotz Corona-Krise haben weder die Waldgeister des Märchentals in Bad Grund noch Sarah Hoffmann und Gordon Dammeyer geschlafen. Die beiden Pächter haben mittels vieler phantastischer Ideen und großer Unterstützung zahlreicher tatkräftiger Freunde, dafür gesorgt, dass dieses märchenhafte Tal das erste Mal in diesem Jahr am Sonntag, 28. Juni, in der Zeit von 10 bis 17 Uhr geöffnet haben wird.

Wer sich diese Premiere unter Leitung der beiden neuen Pächter nicht entgehen lassen möchte, sollte bitte vorher eine der beiden Nummern anwählen: 05327-3274624 oder 0170-1066682. Außerdem muss der Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Auch wenn keine Maskenpflicht besteht, sollten vorsichtshalber die „Nase-Mund-Lätzchen“ nicht vergessen werden. Übrigens wird der Parkplatz im Teufelstal noch immer nicht seiner Bezeichnung gerecht, weil dort Straßenbaumaterial gelagert wird. Der fahrbare Untersatz darf aber gerne beim Iberg-HöhlenErlebnisZentrum, welches an der L 242 gelegen ist, abgestellt werden.

Wer sich von dort aus auf den Weg in die Märchenwelt der Bergstadt macht, der wird entlang des Zaunes Schilder entdecken, auf denen Zitate von Märchenfiguren zu lesen sind, welche von diversen Künstlern gefertigt wurden. Wenn auch wieder im Teufelstal geparkt werden darf, wird der von da kommende Pfad märchenhaft mit Wegweisern „gepflastert“ sein. Die auf ihnen zu lesende Aufgaben sollen kleine und große Spaziergänger zu besonderen Sinneswahrnehmungen einladen.

Die offizielle Eröffnung wird übrigens aufgrund von Covid-19 schone einen Tag früher, nämlich am Samstag, 27. Juni, mit geladenen Gästen erfolgen. Sie alle werden die Ehre haben, Altbekanntes und Neues zu entdecken. So wurde beispielsweise im Eingangsbereich eine große Kräuterspirale gebaut. In der werden Pflanzenmärchen angeboten.

Außerdem ist „Hans im Glück“ dabei, die bereits antiken Märchenhäuser zu neuem Leben erweckt worden. So ist es ihm gelungen, den Fahrstuhl im Bergwerk, der schon lange Jahre stillt stand, in Bewegung zu setzen. Und beim Betrachten der Märchenhäuser dürfte jedem im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht aufgehen, denn die Innenbeleuchtungen funktionierten wieder. Die Die erwünschte Beweglichkeit der Figuren sowie das Drehen der Bühnen auf Knopfdruck sind allerdings noch ein Rätsel. Dies zu lösen bleibt für Hans aber spannend. Aus dem Grund wird er weiter mit viel Geschick und noch mehr Geduld an den Häuschen arbeiten.

Der Mann, welcher das Märchental aus der Taufe gehoben hat, wäre sehr stolz gewesen. Es war kein anderer als Hans-Dieter Brandt, der bereits 1968 diese Fläche, die auch alten Bad Grundnern noch als Kesselteich bekannt sein dürfte, gepachtet hatte. In den folgenden 32 Jahren investierte er jede frei Minute in den Aufbau und Erhalt des Märchentales. Schließlich hat er die Märchenhäuser und alle dazu gehörenden Figuren in kunstvoller Handarbeit gefertigt. 2003 gab er es an andere Interessenten ab, mittlerweile liegt es in den Händen von Sarah Hoffmann und Gordon Dammeyer.

Die haben neben der Erzählecke auch ein Märchenarchiv eingerichtet und dafür gesorgt, dass eine ganz neu er- und eingerichtete Zwergenschmiede genutzt werden kann. Sarah und Gordon haben auf alten Zeichnungen entdeckt, dass im Märchental einst noch eine Köhlerhütte gestanden haben muss. Dort, wo die zu finden war, zieht eben diese Schmiede die Blicke der Besucher an.

Dafür, dass sie entstanden ist, hat übrigens der Schweizer Jung Peter Nydegger gesorgt, den die Liebe bereits vor zehn Jahren nach Deutschland geführt hat. Sarah hat das Multitalent kennen gelernt, als sie als Stadtjugendpflegerin der Städte Herzberg und Bad Lauterberg jemanden suchte, der ihr beim Ausgestalten eines bunten Ferienprogramms helfen könnte. Dabei gelang es ihr übrigens als Pächterin des Märchentals mit dem gelernten Maurer, der freiberuflich als Sattler, Holzbildhauer, Leiter von Waldspielgruppen, Koch und Schmied arbeitet, mit diesem Objekt begeistern.

Peter hat als Kind in der Nähe einer Schmiede gelebt, die mittlerweile in allen Originalteilen in einem Museumsdorf zu sehen ist. Dort habe er viel gesehen und ebenso viele Momente des Ausprobierens erlebt. Besonders fasziniert hat ihn dabei, dass der Schmied mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde arbeitet.
Als Erwachsener hat er erst einmal ausprobiert, wie eine Esse, die offene Feuerstelle des Metallarbeiters, gebaut wird. Dann begann er zu schmieden, es war ein einfach schönes Gefühl, als er sich mit eigener Kraft die Antwort auf die Frage geben konnte, wie sich heißes Stahl verhält, wenn drauf gehauen wird. Mittlerweile schmiedet er nicht nur Messer, sondern viele andere Gebrauchsgegenstände, die er auch verkauft.
Jetzt kam er erst einmal ins Märchental, um die Schmiede zu errichten. In ihr werden selbstredend keine Zwerge geschmiedet. Viel mehr dürfen dort Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene, ihr Schmiedeglück versuchen. Peter ist selbstredend immer dabei. Er wird auch mittels Zange das Grundmaterial halten, während die kleinen und auch größeren Schmiede mit dem Hammer auf den Amboss schlagen dürfen. „Ich möchte das Erlebnis weitergeben, was ich als Kind in der Schmiede gehabt habe“.

Allerdings hat die Schmiede nicht immer dann geöffnet, wenn das Märchental seine Pforten öffnet. An dem neuen Häuschen selbst und im Internet auf Facebook werden die Termine bekannt gegeben, wann der Peter da ist. Außerhalb dieser Angebote können auf auf Nachfrage besondere Termine vereinbart werden. Außerdem können sich alle Interessenten anmelden. Das geht beim Besuch und per Telefon oder per folgender Mail: maerchental.badgrund@gmail.de.

Und nach dem 28. Juni wird das Märchental mittwochs von 13 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet haben.

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Sarah Hoffmann und Gordon Dammeyer freuen sich, dass es jetzt im Märchental losgeht

 

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