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04.06.2020

Pfingstgottesdienst in Windhausen mit einer Taufe


Zum Gottesdienst am Glockenturm fanden sich viele Besucher ein

...von Petra Bordfeld

„Dass Gottesdienste zwei Monate lang nicht ausgerichtet wurden, hat es mit Sicherheit nicht mehr seit dem 30jährigen Krieg gegeben“, Worte von Pfarrer Thomas Waubke während des Pfingstgottesdienstes. Zu dem hatten er, Vikarin Louisa Frederking und der Kirchenvorstand auf die Wiese rund um den Windhäuser Glockenturm geladen und durften sich über eine große Resonanz vieler Generationen freuen.

Erinnerungen an ein Jesus-Zitat, welches lautete „Lasset die Kinder zu mir kommen“ kam auch auf, denn es waren sehr viele kleine Erdenbürger zugegen. Unter ihnen auch die fast zweijährige Elina, die getauft wurde.

Vikarin Louisa Frederking ließ es sich eingangs nicht nehmen, alles aufs herzlichste zu dieser liturgischen Feier unter blauem Himmel zu begrüßen. „Es ist schön, dass wird endlich wieder zusammen Gottesdienst feiern können“. Schließlich sei Pfingsten ja der Geburtstag der Kirche

Sie erinnerte daran, dass die von den Martinsbläsern und Peter Wendlandt auf dem Akkordeon angestimmten Lieder nicht mitgesungen werden durften, woran sich jeder hielt. Alle ließen sich von den Instrumenten in die Welt der Kirchenmusik entführen. Das gelang übrigens auch Katharina, Johanna und Thomas Waubke als sehr überzeugendes Trio mittels Gesang, Geigen- und Keyboard-Klängen. Mit Beifall wurde nicht gegeizt.

Pfarrer Thomas Waubke begann seine Predigt mit einer humorvollen Bitte. Alle sollten aufstehen und einfach mal aus vollem Herzen hüpfen. Letztendlich käme ja die Hoffnung vom Hüpfen. Nach dieser sanften, sportlichen Einlage durfte wieder Platz auf den Bänken, Sitzkartons oder mitgebrachten Decken genommen und den folgenden Worten gelauscht werden.

Hoffnung sei genau das gewesen, was den Jüngern in Jerusalem fehlte. Sie hätten in einem Haus gehockt, weil sie sich dort vielleicht geborgen fühlten und angstvoll warteten, was passiert. Diese Situation kenne wohl seit Corona jeder. So habe er von einem Sturm erprobten Ehepaar erfahren, dass ein Haus für zwei Leute über längere Zeit einfach zu klein ist. „Da muss man mal raus und sich am Rasenmäher festhalten“.

Die Jünger hätten durch den heiligen Geist neue Hoffnung geschöpft und seien auf die Straße gehüpft, um andere zu treffen. Dort habe man sich trotz fremder Sprachen verstanden, und Petrus habe in seiner Predigt darauf verwiesen, dass man ein gemeinsames Ziel haben werde.

Auch wir müssten ein Ziel vor Augen haben. Denn wenn nach Corona unser Leben mit weniger Geld und weniger Wohlstand weitergehen sollte, müsse doch viel mehr Aufmerksamkeit aufeinander sicher sein.

Pfingsten schenke die Sprache der Gemeinschaft und des Jubels, denn der Heilige Geist habe für jeden eine Sprache, die wir hören und verstehen können. „Der Heilige Geist jagt den Muff der letzten Zeit aus den Häusern der Herzen, verwandelt unsere Ängstlichkeit in Achtsamkeit. Und wenn wir uns auf den Rückzug eingerichtet haben dann schickt er uns vor die Tür und lässt uns den Wind des Lebens um die Nase wehen“.

Bevor Pfarrer Thomas Waubke die kleine Elina taufte, erinnerte er schmunzelnd daran, dass sie, wie viele Kinder vor und nach ihr aus einem fröhlichen Nichts, als großes Wunder entstanden sei. Übrigens hatte ihr Großvater das Taufwasser aus der Kaiserquelle in Bad Grund geholt.

Mit Musik, Gebet und Glockengeläut klang die liturgische Feier aus.
An den kommenden Sonntagen finden weiter Gottesdienste unter freiem Himmel statt.

An den Sonntagen, 7. und 28. Juni, sind Gottesdienste im Pfarrgarten in Badenhausen geplant, am Sonntag, 14. Juni, am Glockenturm in Windhausen. Alle Gottesdienste beginnen um 10 Uhr.

Bei schlechtem Wetter müssen die Gottesdienste draußen leider ausfallen. Weitere Planungen werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
Außerdem wird monatlich eine „Predigt in 100 Sekunden“ auf der Website www.kirche-badenhausen-windhausen.de zu finden sein. Die nächste gibt es dort am Sonntag, 21. Juni, mit dem Singprojekt des Kinderchores Badenhausen.


Die Besucher des Gottesdienstes am Glockenturm wurden herzlich begrüßt

Die kleine Elina wollte vor der Taufe das Taufwasser berühren

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Die Martinsbläser waren auch dabei

Sie alle wollten sich den Gottesdienst am Glockenturm nicht entgehen lassen


Sie nahmen auf dem Rasen und der mitgebrachten Decke Platz

 

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