Panorama

27.03.2020

Corona-Krise: Serverprobleme verzögern Antragsstellung für Zuschüsse


Screenshot von der Homepage der Nbank: Die dringend benötigten Zuschüsse für Selbstständige können aktuell nicht beantragt werden.

Kleinunternehmer, Selbstständige und Künstler können sollten seit Mittwoch Zuschüsse beantragen können/Kein Durchkommen, weil der Server überlastet ist

von Herma Niemann

Gemeinde Bad Grund. Mittwoch, 25. März, 15 Uhr. Auf diesen Termin haben schon Tage vorher etliche Kleinunternehmer, Start-Ups, Soloselbstständige und andere Künstler, nicht nur in der Gemeinde Bad Grund, gewartet. Denn zu diesem Zeitpunkt sollte über die Homepage der Niedersächsischen Förderbank NBank die Antragsstellung für die so dringend benötigten Zuschüsse zur Existenzsicherung freigeschaltet sein.

„Wir sind zum Glück in der Lage, die nötigen Instrumente bereit zu stellen“, sagte Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales/SPD)) wieder einmal am Donnerstag Abend in der ZDF Fernsehsendung „Markus Lanz“. Doch all die Zuversicht des Bundesministers kommt momentan nicht bei denjenigen an, die das Geld dringend und schnell brauchen, und bei jedem neuen Klick auf die Homepage mehr verzweifeln. Denn wie nicht anders zu erwarten war, war die Homepage beziehungsweise das Kundenportal der Nbank in Anbetracht der großen Nachfrage online nicht zu erreichen.

Seitdem ziert ein Baustellenschild die Startseite der Homepage, auf der die potenziellen Nutzer um Geduld gebeten werden, da die Bank momentan Probleme mit dem Server habe. Auch von Telefonanrufen rät die Bank ab, da die Telefonleitungen ebenfalls überlastet seien. Seit Donnerstag wird mitgeteilt, dass das Kundenportal eingeschränkt und mit einer begrenzten Nutzerzahl zu erreichen sei. „Um die Funktionsfähigkeit des Portals zu gewährleisten, haben wir den Zugang auf eine Anzahl an maximalen Nutzern eingeschränkt“, heißt es dort.

Wie lange diese Beeinträchtigungen noch dauern könnten, konnte durch die Redaktion ebenfalls nicht ermittelt werden, da alle Leitungen besetzt waren, auf eine Email-Nachfrage an die Presse-Stelle wurde bislang nicht geantwortet. Auf der Homepage der NBank teilt diese mit, dass sie an einer anderen Möglichkeit der Antragsannahme arbeite. Darüber soll dann auch über die Homepage informiert werden.

Das Zuschussprogramm „Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen“ richtet sich an gewerbliche Unternehmen und Angehörige freier Berufe in Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten. Mit der Förderung soll Unternehmen, freiberuflich Tätigen, Soloselbständige (auch Künstler und Kulturschaffende) geholfen werden, die sich aufgrund der Coronavirus-Krise in einer existentiellen Notlage befinden.

Die Zuschüsse sind gestaffelt. Bis fünf Beschäftigte erhalten die Antragsteller 3.000 Euro, bis zehn Beschäftigte 5.000 Euro, bis 30 Beschäftigte 10.000 Euro und bis 49 Beschäftigte 20.000 Euro.

Da es sich um Zuschüsse handelt, müssen diese nicht zurückgezahlt werden. Für dieses Programm sind vorläufig 100 Millionen Euro vorgesehen. Diese Hilfen stehen auch Start-Ups zur Verfügung, wenn diese jünger als fünf Jahre sind.

 

Anmerkung der Redaktion:
Hier ein PDF der NBank zum Vorgehen (das konnten wir schonmal runterladen)
Übrigens wird darauf hingewiesen: "Um das Kundenportal ohne Einschränkungen nutzen zu können, verwenden Sie bitte den Internet Explorer 10 oder 11."

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Wohl dem, der zu den Glücklichen gehört, die derzeit durchkommen.

 

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