Kultur

17.02.2020

Hornklasse der Musikhochschule Hannover gastierte in der Schloßkirche


von Jörg Hüddersen

Nicht weniger als dreizehn junge Hornistinnen und Hornisten aus fast ebenso vielen Nationen gastierten auf Einladung der Musikgemeinde Osterode am Samstagabend in der Schlosskirche. In wechselnden Besetzungen zeigten sie jeweils zu acht als Doppelquartett, welche enormen Möglichkeiten in ihrem Blechblasinstrument stecken.

Das erste Stück war der Earl of Oxford's March von William Byrd, bei dem das Ensemble zunächst einmal klassischen Hörnerklang im Doppelquartett präsentierte. Danach wagten sich die jungen Bläserinnen und Bläser an die Carmen-Suiten, die Ihnen das Ausreizen des vollen Tonumfangs, von Anklängen an eine Tuba bis hoch hinauf zur Trompete abverlangte. Besonders brillierten sie in den schnellen Passagen, die ihnen neben den lyrischen Passagen besonders gut lagen.

Nach den Rumanian Dances von Bela Bartok erklang mit dem Triumphmarsch aus Aida von Giuseppe Verdi noch einmal ein gefühltes komplettes Sinfonieorchester - nur aus Hörnern gebildet. Zum Einsatz kamen dabei als technische Hilfsmittel Dämpfer und verkleinerter Schalltrichter. Bei Trompeten sieht man Dämpfer häufiger, bei Hörnern jedoch sind sie selten. Mit diesen kleinen Kniffen erweiterten die Musikerinnen und Musiker das Klangspektrum ihrer Instrumente, sodass es gar nicht auffiel, dass dort ein Horn und keine Aida-Trompete spielte.

Nach der Pause gab es erst einmal einen Anklang an moderne Filmmusik. Mit "Gjallarhorn für 8 Hörner" von Alexander Reuber erklang eine Musik, die an eine Olympiafanfare oder an Jack Sparrow aus dem Fluch der Karibik erinnerte.

Lyrisch wurde es dann wieder mit 4 Sätzen aus der Peer Gynt-Suit von Edvard Grieg, die Ensemblemitglied Michele Schiatti selbst arrangiert hatte. Mit der Hänsel und Gretel-Phantasie von Engelbert Humperdinck blieb man im gleichen Genre, bevor zum Abschluss die Rheingoldphantasie von Richard Wagner erklang. Hier setzten die Bläserinnen und Bläser sehr schön die lautmalerischen Elemente des fließenden Rheins in Szene.

Insgesamt zeigte das sympathische Ensemble dem Osteroder Publikum auf, was mit passenden Arrangements aus dem eher als Begleitinstrument bekannten Horn herauszuholen ist - ein gleichsam lehrreiches wie mitreißendes Konzert.




Um die folgenden Bilder vergrößern zu können, müssen Sie eingeloggt sein und ein Eseltreiber-Abo haben:

























 

Anzeige