Kultur / Vorgemerkt

06.02.2020

Zehn Jahre Mordsharz


Arne Dahl und Peter Lontzek (v.r.)

Jubiläum des Harzer Krimifestivals vom 16. bis 19. September in Wernigerode, Goslar, Nordhausen und Walkenried

...Christian Dolle

Sebastian Fitzek wird bei Mordsharz lesen. Kaum war die Zusage des wohl bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Thrillerautors offiziell bestätigt, waren die Karten für die Lesung in Wernigerode auch schon nahezu ausverkauft. Dabei ist Fitzek längst nicht der einzige große Name, mit dem das Harzer Krimifestival in seinem Jubiläumsjahr aufwarten kann.

Zum Zehnjährigen lassen es die Organisatoren in Wernigerode, Goslar, Nordhausen und erstmals auch in Walkenried ordentlich krachen, Autoren aus fünf Nationen werden in diesem Jahr an vier sehenswerten Locations in drei Bundesländern aus ihren aktuellen Bestsellern lesen. Dazu kommt die Verleihung des Krimipreises Harzer Hammer, eine Drei-Fragezeichen-Liveshow und Theater mit den stillen hunden.

Klaus-Peter Wolf, Arne Dahl, Andreas Gruber und viele andere sind dabei, so dass es schwer fällt, einige Highlights aus dem Programm herauszugreifen. Genau das war aber auch der Plan von Christoph Lampert, Roland Lange, Andreas Sack und Christian Dolle, die in diesem Jahr mit ihren treuen und begeisterungsfähigen Besuchern richtig feiern und dabei zeigen wollen, dass der Harz sich kulturell schon lange nicht mehr verstecken muss.

„Vor zehn Jahren hätten wir nie gedacht, dass ein Literaturfestival im Harz so groß werden kann“, sagen sie voll Freude und Dankbarkeit, „Inzwischen haben wir regelmäßig internationale Autoren mit dabei, präsentieren sie sozusagen grenzenlos in allen drei Ländern und haben Fans, die extra wegen Mordsharz ihren Urlaub hier planen.“ Dabei gilt der Dank natürlich in erster Linie den vielen sehr treuen und immer wieder neu hinzukommenden Gästen, den Autoren, von denen viele ebenfalls gerne wiederkommen und natürlich auch den Veranstaltungsorten und allen Unterstützern, die in den vergangenen Jahren zu wichtigen Partnern geworden sind.

Die Eröffnungsgala findet in diesem Jahr am Mittwoch, 16. September, im fürstlichen Marstall in Wernigerode statt, wo ab 15 Uhr Autor Christoph Dittert und Geräuschemacher Jörg Klinkenberg „Die drei ??? und die schweigende Grotte“ zum Leben erwecken werden. Um 20 Uhr packt dann Sebastian Fitzek „Das Geschenk“ aus und im Anschluss daran wird der diesjährige Gewinner des Harzer Hammers bekanntgegeben und sein (oder ihr) Erstlingswerk vorgestellt.

Am Donnerstag, 17. September, geht es um 18 Uhr in der Kaiserpfalz in Goslar mit Tatjana Kruse humorvoll los mit „Zwei Schwestern für ein Halleluja“. Um 19.30 Uhr stellt der dänische Bestsellerautor Jens Henrik Jensen seinen Thriller „Oxen – Lupus“ vor, der in der deutschen Version von Dietmar „James Bond“ Wunder gelesen wird. Und um 21 Uhr wird es dann vermutlich wiederum eher komisch, wenn Klaus-Peter Wolf begleitet von Bettina Göschl aus „Rupert undercover – Ostfriesische Mission“ lesen wird oder eben auch nicht lesen wird.

Im Tabakspeicher in Nordhausen geben sich am Freitag, 18. September, um 18 Uhr die stillen hunde aus Göttingen die Ehre. Was genau sie für Mordsharz vorbereiten, bleibt vorerst jedoch noch geheim. Um 19.30 sollte Yrsa Sigurdardotir aus Island eingeflogen sein, wenn nicht, wird Dietmar Wunder ihren neuen Thriller „Abgrund“ eben allein auf deutsch lesen. Den Abschluss um 21 Uhr macht hier Arne Dahl mit seinem neuen Krimi „Vier durch vier“, dem Schauspieler Peter Lontzek seine deutsche Stimme gibt.

Der Samstag, 19. September, im Kloster Walkenried steht ganz im Zeichen dreier Bestsellerautoren aus Österreich. Um 18 Uhr wird es mit Alex Beer und „Das schwarze Band“ zunächst historisch, denn der Krimi spielt im Wien des Jahres 1921. Um 19.30 Uhr schickt Andreas Gruber in „Knochennadel“ seinen Wiener Kommissar nach Paris. Und um 21 Uhr liest Bernhard Aichner aus seinem Thriller „Der Fund“, den wiederum Sebastian Fitzek als „unverwechselbar“ lobte.

So schließt sich also der Kreis und das Mordsharz-Programm für 2020 lässt sich wohl definitiv als eine runde Sache bezeichnen. Und einige Überraschungen wird es vielleicht auch noch geben, doch die werden natürlich nicht verraten. Tickets und mehr gibt es wie immer unter www.mordsharz-festival.com.


Andreas Gruber

v.l.: Jörg Klinkenberg und Christoph Dittert

Yrsa Sigurdardottir

Bernhard Aichner

Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl

Tatjana Kruse

 

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